Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Wirkprinzipprüfungen und integrale Brandschutztests

Facility Management: Brandschutz » Betrieb » Prüfungen » Wirkprinzipprüfungen

Wirkprinzipprüfungen und integrale Brandschutztests mit systematischer Überprüfung sicherheitsrelevanter Funktionen

Einzelne funktionierende Anlagen ergeben noch kein funktionierendes Brandschutzsystem

Moderne Gebäude besitzen zahlreiche Brandschutzsysteme: Brandmeldeanlage, Sprachalarmierung, Rauch- und Wärmeabzug, Lüftung, Brandschutzklappen, Türen, Aufzüge und Sicherheitsstromversorgung. Jede Anlage kann einzeln korrekt funktionieren und das Gesamtsystem im Brandfall trotzdem versagen, wenn Schnittstellen oder Steuerungsfolgen nicht zusammenpassen.

FM-Connect beschreibt die Brandfallsteuermatrix bereits als Dokument für das Zusammenspiel solcher Anlagen. Die BMA-Dokumentationsseite fordert zudem Prüfungen der Schnittstellen und den Nachweis der vorgesehenen Brandfallfunktionen. Eine eigene Seite zur integralen Wirkungsprüfung fehlt bislang.

Wirkprinzipprüfungen im Brandschutz systematisch durchführen

Vom Brandereignis statt vom Gewerk ausgehen

Eine klassische Wartung fragt:

Funktioniert die RWA?

Ein integraler Test fragt dagegen:

Was geschieht, wenn Melder X einen Brand erkennt?

Dann kann beispielsweise folgende Funktionskette vorgesehen sein:

Brandmeldung

→ Alarmierung

→ Lüftungsabschaltung

→ Brandschutzklappen fahren

→ RWA aktiviert sich

→ Türen schließen

→ Aufzug fährt in definierte Position

→ Meldung erreicht Feuerwehr.

Der Test betrachtet genau diese Kette.

Die Brandfall- beziehungsweise Wirkprinzipmatrix beschreibt:

  • Auslöser,

  • Folgefunktion,

  • zeitliche Reihenfolge,

  • Rückmeldungen,

  • gegebenenfalls Abhängigkeiten.

Sie bildet damit die zentrale Prüfgrundlage.

Ist sie nicht aktuell, wird auch ein integraler Test schwierig.

Repräsentative Szenarien auswählen

Nicht jede Melder-Anlagen-Kombination muss zwingend identisch getestet werden.

Sinnvoll sind Szenarien, die relevante Funktionsketten und unterschiedliche Bereiche abbilden.

Besonders wichtig sind:

  • kritische Nutzung,

  • unterschiedliche Brandabschnitte,

  • Sonderfunktionen,

  • komplexe TGA-Schnittstellen.

Beteiligte Gewerke koordinieren

Ein integraler Test benötigt mehrere Fachdisziplinen gleichzeitig.

Je nach Gebäude können beteiligt sein:

  • BMA-Fachfirma,

  • RLT,

  • Aufzug,

  • Türtechnik,

  • RWA,

  • Gebäudeautomation,

  • Betreiber,

  • Prüfsachverständige.

Das erfordert eine vorbereitete Testagenda.

Prüfen, was tatsächlich geschieht

Eine Softwareanzeige allein genügt nicht.

Wenn eine Brandschutzklappe schließen soll, ist nach Möglichkeit auch ihre tatsächliche Funktion zu überprüfen.

Ebenso sollte die vorgesehene Rückmeldung im System korrekt erscheinen.

Zeitverhalten berücksichtigen

Bei manchen Funktionen ist nicht nur ob, sondern auch wann etwas geschieht relevant.

Steuerungsfolgen können voneinander abhängen.

Deshalb sollten relevante Zeitabläufe ebenfalls beobachtet werden.

Mängel nach Schutzwirkung bewerten

Ein Fehler sollte danach beurteilt werden, welche Schutzfunktion betroffen ist.

Ein falscher Text auf einem GLT-Bild hat eine andere Bedeutung als eine nicht ausgeführte Entrauchungsfunktion.

Änderungen als Auslöser nutzen

Umbauten, Softwareänderungen oder neue Anlagen können Wirkprinzipien beeinflussen.

Nach relevanten Änderungen sollte deshalb geprüft werden, welche integralen Funktionen erneut nachzuweisen sind.

Brandschutz als Gesamtsystem testen

Integrale Brandschutztests schaffen die Verbindung zwischen vielen einzelnen Wartungs- und Prüfprozessen.

Die entscheidende Frage lautet:

Funktionieren nicht nur unsere einzelnen Anlagen – sondern funktioniert im simulierten Brandfall die vorgesehene gesamte Schutzkette?

Genau diese Perspektive ist für komplexe Gebäude unverzichtbar.