Brandlasten im laufenden Betrieb systematisch beherrschen
Ein Brandschutzkonzept wird für bestimmte Nutzungen, Brandabschnitte, Lagerbedingungen und Brandlasten entwickelt. Im späteren Gebäudebetrieb verändern sich diese Bedingungen jedoch fortlaufend. Materialien werden zwischengelagert, Arbeitsplätze ergänzt, Technikräume zweckentfremdet, Verpackungen gesammelt oder Flure kurzfristig als Abstellflächen genutzt. Aus vielen kleinen Veränderungen kann sich über Jahre ein deutlich anderes Brandrisiko entwickeln.
Die bestehende Betreiberpflichtenseite von FM-Connect nennt das Brandlastenmanagement deshalb bereits ausdrücklich als Bestandteil eines wirksamen betrieblichen Brandschutzes; auch die Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt Art und Menge brennbarer Materialien. Eine eigene operative Unterseite fehlt bislang.
Brandlastmanagement und Housekeeping wirksam steuern
In solchen Bereichen kann bereits eine scheinbar geringe zusätzliche Lagerung besondere Bedeutung besitzen.
Housekeeping als Brandschutzmaßnahme etablieren
Ordnung und Sauberkeit sind nicht lediglich optische Qualitätsmerkmale.
Regelmäßige Entfernung von Verpackungen, Produktionsresten, Staub und Abfällen reduziert unnötige Brandlasten. FM-Connect weist im betrieblichen Brandschutzhandbuch bereits darauf hin, dass unnötige brennbare Materialien regelmäßig entfernt und Bereiche geordnet gehalten werden sollten.
Damit wird Housekeeping zu einer gemeinsamen Aufgabe von Nutzern, Produktion, Reinigung, Entsorgung und Brandschutzorganisation.
Temporäre Lagerungen kontrollieren
Viele Probleme entstehen nicht durch offiziell eingerichtete Lager, sondern durch „kurzfristiges“ Abstellen.
Deshalb sollten für temporäre Lagerungen Regeln bestehen:
wo sie zulässig sind,
welche Mengen erlaubt sind,
wie lange sie bestehen dürfen,
wer verantwortlich ist,
wann sie entfernt werden müssen.
Besonders in Umbau- und Projektphasen ist dies wichtig.
Veränderungen in der Nutzung berücksichtigen
Wird ein Büro zum Lager, ein Technikraum für Material genutzt oder eine Produktionsfläche mit neuen Stoffen belegt, kann sich die brandschutztechnische Bewertung verändern.
Solche Änderungen sollten deshalb in den betrieblichen Change-Prozess einfließen.
Begehungen gezielt nutzen
Brandschutzbegehungen eignen sich sehr gut, um Brandlasten sichtbar zu machen.
Dabei sollte nicht nur festgestellt werden, ob etwas „herumsteht“. Entscheidend ist die Bewertung:
Was ist brennbar? Wo befindet es sich? Welche Zündquellen bestehen? Welche Schutzfunktion könnte beeinträchtigt werden?
Abweichungen konsequent nachverfolgen
Wiederkehrende Lagerprobleme zeigen meist ein strukturelles Defizit.
Vielleicht fehlen Lagerflächen, Entsorgungsprozesse oder klare Verantwortlichkeiten.
Die nachhaltige Lösung besteht dann nicht in immer neuen Mängelmeldungen, sondern in einer organisatorischen Verbesserung.
Brandschutz beginnt im alltäglichen Betrieb
Professionelles Brandlastmanagement verhindert, dass ein ursprünglich genehmigter und sicherer Zustand schrittweise durch den Alltag verändert wird.
Das Ziel lautet nicht, jegliches brennbare Material aus einem Gebäude zu entfernen. Entscheidend ist, Brandlasten bewusst dort und in der Menge zuzulassen, für die Nutzung und Schutzkonzept ausgelegt sind – und unbeabsichtigte zusätzliche Brandlasten frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.