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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Rechenzentren wirksam vor Bränden schützen

Facility Management: Brandschutz » Betrieb » Rechenzentren

Personenschutz und Verfügbarkeit gemeinsam sichern

Brände in Rechenzentren können neben unmittelbaren Sachschäden erhebliche Betriebsunterbrechungen, Datenverluste und Ausfälle kritischer Unternehmensprozesse verursachen. Das Schutzkonzept muss deshalb Personensicherheit, Sachwertschutz und Verfügbarkeit gemeinsam betrachten. Brandrisiken entstehen unter anderem in Stromversorgungen, Verteilungen, unterbrechungsfreien Stromversorgungen, Batteriesystemen, Kabelanlagen und technischen Peripherieräumen. Die brandschutztechnische Planung darf sich nicht auf den eigentlichen Serverraum beschränken. VdS 6003 betrachtet ausdrücklich IT-Räume, Rechenzentren und zugehörige Peripheriebereiche und fordert objektspezifische anlagentechnische Lösungen für unterschiedliche Betriebsmodelle.

Brandschutz für Rechenzentren systematisch organisieren

Technikbereiche nach Risiko und Funktion gliedern

Serverflächen, Netzwerkräume, Energieversorgung, Batterieanlagen, Kälteversorgung, Kabelräume und Leitstellen weisen unterschiedliche Brandentstehungs- und Ausbreitungsrisiken auf. Eine wirksame Zonierung begrenzt Auswirkungen und ermöglicht eine gezielte Detektion, Alarmierung und Löschung. Doppelböden, abgehängte Decken, Kabelschächte sowie Kalt- und Warmgangeinhausungen müssen in die Bewertung einbezogen werden. Raumluftströmungen können die Raucherkennung und die Verteilung gasförmiger Löschmittel erheblich beeinflussen. Für jede Zone werden Schutzziel, Detektionsart, Löschkonzept, technische Abschaltungen und Zutrittsregel festgelegt.

Technikzone

Typisches Risiko

Wesentliche Schutzfunktion

Betrieblicher Nachweis

Serverbereich

Elektrischer Fehler oder Kabelbrand

Früherkennung und begrenzte Ausbreitung

Funktions- und Alarmprüfung

USV- und Batterieraum

Elektrische und thermische Belastung

Überwachung und geeignete Löschstrategie

Prüf- und Wartungsnachweis

Doppelboden

Verdeckte Kabel- oder Schwelbrände

Detektion im Hohlraum

Melder- und Revisionsplan

Kalt- oder Warmgang

Beeinflusste Luft- und Rauchströmung

Angepasste Detektion und Löschmittelverteilung

Strömungs- und Wirkungsprüfung

Energieverteilung

Lichtbogen oder Überlastung

Selektive Abschaltung und Abtrennung

Schalt- und Prüfprotokoll

Brandereignisse schnell lokalisieren und begrenzen

In hochverfügbaren IT-Bereichen ist eine möglichst frühe und räumlich eindeutige Erkennung entscheidend. Abhängig vom Risiko können punktförmige Melder, Rauchansaugsysteme oder mehrstufige Detektionskonzepte eingesetzt werden. Die Auslegung muss Luftwechsel, Einhausungen, Hohlräume und mögliche Täuschungsgrößen berücksichtigen. Ein Löschsystem wird nicht allein nach dem Schutz des Raumes ausgewählt, sondern auch nach Auswirkungen auf IT-Komponenten, Personen, Betriebsfortführung und Wiederanlauf. Gasförmige Löschmittel, Wassernebel oder andere Systeme erfordern jeweils eigene Randbedingungen. Die Wirksamkeit ist anhand des konkreten Raum- und Betriebskonzeptes nachzuweisen.

Technische Reaktionen eindeutig miteinander verknüpfen

Detektion, Alarmierung, Lüftungsabschaltung, Brandschutzklappen, Stromversorgung, Türsteuerung und Löschanlage müssen in einer abgestimmten Brandfallsteuermatrix zusammengeführt werden. Für jedes Ereignis ist festzulegen, welche Systeme automatisch reagieren, welche Anlagen weiterlaufen müssen und welche Entscheidungen manuell getroffen werden. Eine pauschale vollständige Abschaltung kann die Verfügbarkeit unnötig beeinträchtigen, während ein fehlender Abschaltvorgang die Brandausbreitung oder Löschwirkung gefährden kann. Wirkprinzipprüfungen müssen deshalb auch Störungen, Ersatzstrombetrieb, Fernzugriffe und Rücksetzungen umfassen. Änderungen an Klimatisierung, Rackanordnung oder Einhausungen erfordern eine erneute Prüfung der Steuerungslogik.

Änderungen, Wartungen und Wiederanlauf steuern

Rechenzentren verändern sich häufig durch neue Racks, höhere Leistungsdichten, zusätzliche Kabel, geänderte Kühlung oder neue Batteriesysteme. Jede technische Änderung ist vorab auf ihre Auswirkungen auf Brandlast, Detektion, Löschung und Abschaltung zu bewerten. Kabeldurchführungen und Abschottungen müssen nach Installationsarbeiten ordnungsgemäß geschlossen werden. Verpackungen und provisorische Lagerungen gehören nicht in Technikräume. Wartungen an Brandmelde- oder Löschanlagen benötigen geeignete Kompensationsmaßnahmen. Notfallhandbuch, Feuerwehrpläne, Wiederanlaufstrategie und Zuständigkeiten sind regelmäßig zu aktualisieren und praktisch zu erproben. Wiederkehrende Prüfungen sichern die dauerhafte Funktion der Brandschutzeinrichtungen.