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Rauchschutzdrucksysteme (RDA), Druckbelüftungssysteme

Facility Management: Brandschutz » Betrieb » Dokumente » Rauchschutzdrucksysteme (RDA), Druckbelüftungssysteme

Rauchschutzdrucksysteme (RDA), Druckbelüftungssysteme

Rauchschutzdrucksysteme (RDA), Druckbelüftungssysteme

Rauchschutz-Druckanlagen (RDA) – auch Druckbelüftungssysteme genannt – dienen dazu, in Gebäuden Flucht- und Rettungswege wie Treppenräume, Aufzugsschächte, Tunnel oder angeschlossene Vorräume rauchfrei zu halten. Hierzu erzeugen sie einen kontrollierten Überdruck, der Frischluft in den Fluchtweg einbläst und Rauch sowie toxische Gase zurückhält. RDA sind brandschutztechnische Hochverfügbarkeitsanlagen; ihre Wirksamkeit hängt vom korrekten Entwurf, der fachgerechten Ausführung, der behördlichen Abnahme sowie der fortlaufenden Überwachung und Wartung ab. Für ein rechts- und normkonformes Facility Management ist es erforderlich, sämtliche vergabe-, planungs-, genehmigungs-, prüf- und betriebsbezogenen Unterlagen strukturiert zu erfassen und aktuell zu halten. Die vorliegende Übersicht beschreibt die hierfür benötigten Dokumenttypen, deren Zweck sowie zuständigkeiten und gibt Hinweise auf einschlägige deutsche Regelwerke. Ziel ist eine vergaberechtskonforme Beschaffung, eine behördliche Genehmigungsfähigkeit, der nachweislich sichere Betrieb und die audit- und haftungssichere Übergabe in den Regelbetrieb.

RDA- und Druckbelüftungstechnik für Fluchtwege

Angebot für Bauleistungen – RDA / Druckbelüftung

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Angebot (Bauleistungen)

Zweck & Geltungsbereich

Wirtschaftliche und technische Beschreibung der RDA-Leistungen; bildet die Grundlage für die Vergabe gemäß den Grundsätzen der VOB/A wie Wettbewerbsprinzip, Transparenz und Nichtdiskriminierung.

Relevante Regelwerke

VOB/A 2019; Vergabeverordnung (VgV)

Wesentliche Inhalte

detaillierte Leistungsbeschreibung mit Funktions- oder Leistungsanforderungen, die anhand anerkannter
Normen formuliert werden (z. B. nationale Normen oder technische Spezifikationen)
Einheitspreise und Gesamtpreise
Ausführungsfristen
Nebenangebote und Varianten

Verantwortlich

Bieter / Auftragnehmer (in Abstimmung mit dem Auftraggeber)

Praxisbezug

Dient dem Vergleich von Angeboten und bildet die Grundlage für Zuschlag, Vertragsabschluss und Nachtragsbewertung.

Erläuterung:

Das Angebot ist das zentrale vergaberechtliche Dokument des Auftragnehmers. Die VOB/A verlangt eine wettbewerbliche, transparente und diskriminierungsfreie Vergabe von Bauleistungen sowie eine Beauftragung wirtschaftlicher und zuverlässiger Unternehmen. Die Vergabeverordnung konkretisiert, dass die Leistungsbeschreibung die Merkmale des Auftragsgegenstands so darzustellen hat, dass ein klares Bild entsteht und vergleichbare Angebote möglich sind; sie darf auch Funktionsanforderungen und Qualitätskriterien enthalten und muss Verweise auf spezifische Produkte mit „oder gleichwertig“ zulassen. Für das Facility Management dient das Angebot als Referenz für Leistungsabgrenzung, Kostenstruktur sowie als Grundlage für spätere Vertrags-, Nachtrags- und Gewährleistungsthemen.

Anlagenbeschreibung – Rauchschutz-Druckanlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Anlagenbeschreibung

Zweck & Geltungsbereich

Technische Gesamtbeschreibung des RDA-Systems mit Aufbau, Funktion, Betriebsweise und Schnittstellen; dient der Verständigung zwischen Planung, Ausführung und Betrieb.

Relevante Regelwerke

HOAI (insbesondere Leistungsphase 8 – Objektüberwachung und Dokumentation)

Wesentliche Inhalte

Systemkonzept mit Druckzonen, Luftwegen, Entrauchungsöffnungen
Auslöse- und Steuerungslogik sowie Regelkonzept
Beschreibung von Sicherheitseinrichtungen und Redundanzen

Verantwortlich

Fachplaner TGA

Praxisbezug

Grundlage für die Inbetriebnahme, Betriebseinweisung und Störungsanalyse im Facility Management.

Erläuterung:

Gemäß HOAI LPH 8 gehört zu den Leistungen der Objektüberwachung das systematische Zusammenstellen von Dokumentation (Zeichnungen, Berechnungen, Textdokumente) sowie die Übergabe der Unterlagen an den Auftraggeber mit Angabe der Gewährleistungsfristen. Die Anlagenbeschreibung ist das zentrale Verständigungsdokument zwischen Planung und Betrieb und ermöglicht dem Facility Management, sich im komplexen System schnell und sicher zu orientieren.

Berechnung und Auslegung – Entwurfsplanung (LPH 3)

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Berechnungs- und Auslegungsnachweise

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der brandschutztechnischen Wirksamkeit der RDA und der Einhaltung der Normvorgaben.

Relevante Regelwerke

HOAI (Leistungsphase 3)

Wesentliche Inhalte

Dimensionierung der Differenzdrücke in den Druckzonen
Berechnung der Volumenströme und Leckageannahmen
Sicherheitsreserven und Bemessungsannahmen

Verantwortlich

Fachplaner TGA

Praxisbezug

Dient der Genehmigungsfähigkeit, dem Funktionsnachweis und als Referenz für spätere Mess- und Funktionsprüfungen.

Erläuterung:

Die Berechnungen und Auslegungen dokumentieren die brandschutztechnische Wirksamkeit der RDA-Anlage. DIN EN 12101-13 fordert Verfahren und Anforderungen für Berechnung, Auslegung, Installation, Abnahme und Wartung von Druckdifferenzanlagen. Die Nachweise sind die Basis für die Genehmigungsplanung und dienen im Betrieb als Referenz für Messungen der Differenzdrücke, Volumenströme und Leckagen.

Ausschreibungspläne

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Ausschreibungszeichnungen

Zweck & Geltungsbereich

Technische Grundlage für die Angebotsabgabe und zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit der Angebote.

Relevante Regelwerke

HOAI

Wesentliche Inhalte

Systemübersichten und Druckzonen
Gerätepositionen, Leitungsführung und Querschnitte
Anordnung der Bedienstellen und Revisionsöffnungen

Verantwortlich

Fachplaner TGA

Praxisbezug

Durch standardisierte Pläne wird eine einheitliche Leistungsabgrenzung gewährleistet; für das FM bilden sie später die Basis für Ausführung und Wartung.

Erläuterung:

Ausschreibungspläne bilden die zentrale technische Grundlage für die Angebotsabgabe und stellen sicher, dass alle Bieter von identischen planerischen Voraussetzungen ausgehen. Durch die einheitliche Darstellung von Systemübersichten, Druckzonen, Gerätepositionen, Leitungsführungen und Bedienstellen wird eine klare, vergleichbare und vergaberechtskonforme Leistungsabgrenzung ermöglicht.

Für das Facility Management besitzen Ausschreibungspläne eine doppelte Bedeutung: Einerseits reduzieren sie Nachträge, Auslegungsspielräume und Koordinationsrisiken während der Bauausführung, andererseits bilden sie – bei konsistenter Fortschreibung – die Grundlage für Ausführungs-, Revisions- und Wartungsunterlagen. Unklare oder unvollständige Ausschreibungspläne führen erfahrungsgemäß zu Kostensteigerungen, funktionalen Abweichungen und erhöhtem Betriebsaufwand über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg.

Ausführungs- und Werkpläne

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Ausführungs-/Werkpläne

Zweck & Geltungsbereich

Revisionssichere Darstellung der realisierten Anlage mit allen Änderungen und Anpassungen.

Relevante Regelwerke

HOAI

Wesentliche Inhalte

Leitungsführung, Befestigungen und Durchdringungen
Einbauorte der Ventilatoren, Klappen, Sensoren und Steuerungen
Detailangaben zu Anschlüssen, Brandschotts und Wartungsöffnungen

Verantwortlich

Zeichner / Fachplaner TGA

Praxisbezug

Grundlage für Betrieb, Wartung, Umbauten und Nachrüstungen; stellt sicher, dass spätere Arbeiten auf die realen Gegebenheiten abgestimmt werden.

Erläuterung:

Die Ausführungs- und Werkpläne sind verbindliche Revisionsunterlagen. Nach HOAI LPH 8 sind sie als Teil der Dokumentation zusammenzustellen und dem Auftraggeber zu übergeben. Für das Facility Management dienen sie als aktuelles Abbild der Anlage und Basis für jede spätere Anpassung oder Instandhaltungsmaßnahme.

Antrag auf behördliche Genehmigung – RDA

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Genehmigungsantrag

Zweck & Geltungsbereich

Einholung der bauordnungs- und brandschutzrechtlichen Zustimmung bei der zuständigen Behörde.

Relevante Regelwerke

HOAI (Leistungsphase 4); Landesbauordnungen; DIN EN 12101-13

Wesentliche Inhalte

Anlagenbeschreibung, Berechnungen und Pläne
Brandschutz- und Nachweisführung (z. B. Differenzdruck- und Volumenstromberechnungen)
Nebenbestimmungen und Auflagen

Verantwortlich

Fachplaner TGA in Abstimmung mit dem Bauherrn

Praxisbezug

Voraussetzung für die Ausführung und den späteren Betrieb; im FM müssen die Auflagen und Nebenbestimmungen dauerhaft eingehalten werden.

Erläuterung:

Die Genehmigungsunterlagen sind eng mit der Entwurfsplanung verknüpft und dienen der behördlichen Prüfung. DIN EN 12101-13 definiert Anforderungen an Planung, Installation und Abnahme von Druckdifferenzanlagen. Für Facility Manager ist wichtig, dass alle Nebenbestimmungen, Auflagen und Betriebsbedingungen dokumentiert und im späteren Betrieb umgesetzt werden.

Anlagen-/Assetbuch für RDA-Systeme

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Assetbuch (Gebäudebuch/Anlagenbuch)

Zweck & Geltungsbereich

Strukturierte und fortlaufende Erfassung aller RDA-Komponenten, Daten und Dokumente über den Lebenszyklus hinweg.

Relevante Regelwerke

DIN 32835-1; VDI-MT 3810-1; VDI 6070-1

Wesentliche Inhalte

Anlagenkennzeichnung, Standort und Baujahr
Technische Daten, Lebenszyklus- und Wartungsinformationen
Verknüpfung mit Instandhaltungsplänen, Prüfprotokollen und Bedienungsanleitungen

Verantwortlich

Betreiber / Facility Manager

Praxisbezug

Ermöglicht effizientes Instandhaltungsmanagement, Budgetplanung, Risikobewertung und Auditfähigkeit; dient als Nachweis gegenüber Behörden und Versicherern.

Erläuterung:

Die Richtlinienreihe VDI 3810 definiert Grundlagen für den Betrieb und die Instandhaltung von Gebäuden und technischen Anlagen; sie basiert auf anerkannten Regeln der Technik und praktischen Erfahrungen. VDI 6070-1 hebt die Bedeutung umfassender, maschinenlesbarer Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus hervor und definiert das Gebäudebuch (Raumbuch) als Werkzeug für alphanumerische Informationen, die während Planung, Errichtung, Betrieb und Nutzung fortgeschrieben werden. Laut Bauprofessor umfasst das Gebäudebuch „die Gesamtheit aller Dokumentationen, Prüfunterlagen und Daten eines Gebäudes und der gebäudetechnischen Anlagen“. Im Facility Management gewährleistet das Assetbuch somit Transparenz, Werterhalt und planbare Instandhaltung.

Messungen an der Technischen Ausrüstung (RDA)

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Messprotokolle

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der Soll-/Ist-Leistung der Anlage im Rahmen der Abnahme, Funktionskontrolle und wiederkehrenden Prüfungen.

Relevante Regelwerke

DIN EN 12101-13; HOAI (Leistungsphase 8)

Wesentliche Inhalte

Gemessene Differenzdrücke in den Druckzonen
Volumenströme und Reaktionszeiten von Steuerungen
Abgleich mit den Berechnungs- und Auslegungswerten

Verantwortlich

Fachplaner / TGA-Ingenieure bzw. Prüfsachverständige

Praxisbezug

Protokolle dienen als Voraussetzung für die Abnahme, die Optimierung der Regelparameter und den sicheren Betrieb.

Erläuterung:

DIN EN 12101-13 definiert Anforderungen an die Abnahmeprüfung sowie an regelmäßige Funktionsprüfungen und Wartung von Druckdifferenzanlagen. Messprotokolle dokumentieren, ob die in der Planung festgelegten Differenzdrücke und Volumenströme tatsächlich erreicht werden. Sie sind Grundlage für die Abnahme und die spätere Überwachung durch das Facility Management.

Prüf- und Messprotokolle für elektrische Betriebsmittel

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Elektrische Prüfprotokolle

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der elektrischen Sicherheit der RDA-Anlage und ihrer Komponenten.

Relevante Regelwerke

DIN VDE 0701/0702; DGUV Vorschrift 3 (vormals BGV A3); DGUV-Information 203-070/071; DGUV Vorschrift 4

Wesentliche Inhalte

Messwerte (z. B. Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Auslösezeiten)
Prüfumfang und Prüfverfahren
Bewertung und Freigabe
Prüfende Person und Wiederholungsfristen

Verantwortlich

Befähigte prüfende Person (Elektrofachkraft)

Praxisbezug

Erforderlich für Inbetriebnahme, Wiederholungsprüfungen und als Auditnachweis im Rahmen der Arbeitssicherheit.

Erläuterung:

Nach DIN VDE 0701/0702 müssen ortveränderliche elektrische Geräte nach Reparatur oder Änderung und in regelmäßigen Abständen geprüft werden. Die DGUV-Information 203-071 konkretisiert, dass der Arbeitgeber dafür verantwortlich ist, elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur in sicherem Zustand in Betrieb zu nehmen und zu halten, und beschreibt Organisation und Dokumentation der wiederkehrenden Prüfungen. Diese Protokolle sind daher Voraussetzung für einen sicheren Betrieb, die Abnahme und wiederkehrende Prüfungen der RDA-Anlage.

Verzeichnis der Verjährungsfristen für Mängelansprüche

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Gewährleistungsübersicht

Zweck & Geltungsbereich

Übersicht über Fristen, Beginn und Ende von Mängelansprüchen für die einzelnen Anlagenteile; dient als Steuerungsinstrument für das Mängelmanagement.

Relevante Regelwerke

HOAI; Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Wesentliche Inhalte

Anlagenteile und Gewerke
Beginn der Gewährleistungsfrist (Abnahme, Inbetriebnahme)
Ende der Frist gemäß gesetzlicher oder vertraglicher Regelungen

Verantwortlich

Fachplaner TGA in Kooperation mit Bauherr und FM

Praxisbezug

Ermöglicht dem Facility Management ein aktives, fristgerechtes Gewährleistungsmanagement; unterstützt Haftungssicherheit und reduziert spätere Kosten.

Erläuterung:

Die HOAI sieht vor, dass im Rahmen der Objektüberwachung auch die Auflistung der Gewährleistungsfristen und die Überwachung der Beseitigung von bei der Abnahme festgestellten Mängeln erfolgen. Für das Facility Management ist eine strukturierte Fristenübersicht unverzichtbar, um Mängelansprüche rechtzeitig geltend zu machen und Haftungsrisiken zu minimieren.

Berechnung und Auslegung – LPH 5 (Ausführungsplanung)

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Berechnungs- und Auslegungsnachweis (LPH 5)

Zweck & Geltungsbereich

Technische Detailauslegung der RDA für die Ausführung

Relevante Regelwerke

HOAI § 55 ff. (Leistungsphase 5); DIN EN 12101-6; Musterhochhausrichtlinie; VDMA 24188; RDA-Anwenderleitfaden

Wesentliche Inhalte

Differenzdruckwerte und Luftvolumenströme
Leckageannahmen
Auslegung der Ventilatoren und Druck-Entlastungsklappen
Redundanzkonzepte
Türöffnungskräfte und Druckstufung

Verantwortlich

Fachplaner TGA (Technische Gebäudeausrüstung)

Praxisbezug

Grundlage für Werkplanung, Ausschreibung, Bauausführung und Abnahmeprüfungen

Erläuterung:

In der Ausführungsplanung werden die brandschutztechnischen Anforderungen aus dem Genehmigungsverfahren konkretisiert. Für RDA sind Druckhöhe, Volumenstrom und Leckageannahmen so zu wählen, dass bei geöffneten Türen ein Mindestüberdruck von etwa 15 Pa im Treppenraum vorhanden bleibt und die Türöffnungskräfte maximal 100 N betragen. Die Planung berücksichtigt die Normen DIN EN 12101-6, die Musterhochhausrichtlinie und das VDMA-Einheitsblatt 24188; sie definiert die Position und Auslegung von Ventilatoren, Druckentlastungsklappen und Sensoren sowie Redundanzkonzepte. Die Ergebnisse sind Referenz für Funktions- und Leistungsprüfungen.

Berechnung und Auslegung – LPH 7 (Vergabe-/Ausschreibungsergebnis)

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Berechnungs- und Auslegungsfortschreibung (LPH 7)

Zweck & Geltungsbereich

Abgleich der Planung mit den beauftragten Komponenten; Anpassung der Auslegung an die Angebots- und Lieferergebnisse

Relevante Regelwerke

HOAI § 55 LPH 7; DIN 18379 (VOB/C Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Raumlufttechnik)

Wesentliche Inhalte

Herstellerspezifikationen und Gleichwertigkeitsnachweise
Anpassungen bei Ventilator- und Klappenauswahl
Überprüfung der Luftleistung unter Berücksichtigung realer Leckagen

Verantwortlich

Fachplaner TGA

Praxisbezug

Sicherstellung der Konformität zwischen der geplanten Leistung und den tatsächlich bestellten Produkten

Erläuterung:

In der Vergabephase wird die Auslegung aktualisiert, um sicherzustellen, dass die beauftragten Produkte die geforderten Leistungsparameter erreichen. Gleichwertigkeitsnachweise der Hersteller belegen, dass Produkte den Anforderungen des Planungsnachweises entsprechen. Änderungen, die sich aus Produktdaten, Energieeffizienzklassen oder Liefergrenzen ergeben, werden dokumentiert, sodass keine brandschutzrelevanten Abweichungen entstehen. Diese Fortschreibung ist Grundlage für die Ausführung und für spätere Nachweise gemäß VOB/C DIN 18379.

Lebenszykluskostenberechnung (LCC) – Ergebnisse

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Lebenszykluskostenberechnung

Zweck & Geltungsbereich

Bewertung der Gesamtkosten der RDA über die Nutzungsdauer

Relevante Regelwerke

HOAI; VDI 2067-1 (Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen); DIN 276

Wesentliche Inhalte

Investitionskosten
Wartungs- und Prüfkosten
Ersatzzyklen und Restwertbetrachtung
Energiekosten
Entsorgungsaufwand

Verantwortlich

Fachplaner TGA

Praxisbezug

Entscheidungsgrundlage für Betreiber und Investoren zur Auswahl und zum Betrieb von RDA

Erläuterung:

Nach der Lebenszykluskosten-Methodik werden sämtliche Kosten einer technischen Anlage von der Planung bis zur Außerbetriebnahme ermittelt. Dazu gehören Anschaffungs- und Finanzierungskosten, Betriebskosten (Energie, Inspektion, Wartung), Instandhaltungs- und Ersatzzyklen sowie Rückbaukosten. Zur Bewertung stehen statische und dynamische Verfahren wie Kapitalwert- und Annuitätenmethoden zur Verfügung. Eine belastbare LCC-Berechnung erlaubt es, verschiedene Systemvarianten nach Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zu vergleichen und bildet somit die Basis für Investitionsentscheidungen.

Betriebskostenberechnung

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Betriebskostenkalkulation

Zweck & Geltungsbereich

Prognose der laufenden Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung der RDA

Relevante Regelwerke

HOAI; VDI 2067-1

Wesentliche Inhalte

Energieverbrauch der Ventilatoren und Heizungen
Wartungsaufwand
Kosten für wiederkehrende Prüfungen und Sachverständigenabnahmen

Verantwortlich

Fachplaner TGA

Praxisbezug

Grundlage für das Budget im Facility Management, Kostencontrolling und Wirtschaftlichkeitsvergleich

Erläuterung:

Die Betriebskostenkalkulation unterscheidet sich von der Lebenszykluskostenanalyse durch den Fokus auf jährliche oder periodische Ausgaben. Sie berücksichtigt den Energieverbrauch der Antriebe, die Instandhaltungs- und Prüfkosten sowie die Reservehaltung für Ersatzteile. Anhand dieser Kalkulation können Betreiber Budgets planen und Potenziale zur Effizienzsteigerung erkennen.

Bestandsaufnahme, grafische Darstellung und Neuberechnung

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Bestands- und Revisionsnachweis

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation des Ist-Zustands der RDA, einschließlich Anpassungsberechnungen nach Änderungen und Umbauten

Relevante Regelwerke

HOAI; VOB/C DIN 18379; VDI 6026 (Dokumentation von Technischen Anlagen)

Wesentliche Inhalte

Bestandspläne und Schemata
aktualisierte Berechnungen bei baulichen Veränderungen
Dokumentation von Systemänderungen und Nachrüstungen

Verantwortlich

Fachplaner TGA

Praxisbezug

Grundlage für Betrieb, Umbauten und wiederkehrende Prüfungen

Erläuterung:

Nach Fertigstellung der Anlage und im Rahmen von Änderungen müssen Revisionsunterlagen erstellt werden. Die AMEV-Empfehlung RLT weist darauf hin, dass nach Abschluss der Arbeiten eine Abnahme nach VOB/C DIN 18379 stattfinden muss; dabei sind Vollständigkeit, Funktion und Leistung nachzuweisen, und das Bedienpersonal ist zu unterweisen. Der Errichter hat dem Betreiber umfassende Dokumentation zu übergeben, darunter Listen der Komponenten, Funktionsbeschreibungen, Betrieb- und Wartungsanleitungen sowie as-built-Pläne. Revisionsunterlagen stellen sicher, dass spätere Umbauten oder Prüfungen auf geprüften Daten basieren und sind für die revisionssichere Betriebsführung unerlässlich.

Zertifikat der Leistungsbeständigkeit (AVCP)

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Zertifikat der Leistungsbeständigkeit gemäß Bauproduktenverordnung

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der dauerhaften Leistungsfähigkeit von Bauprodukten für RDA gemäß EU-BauPVO

Relevante Regelwerke

Verordnung (EU) 305/2011; Verordnung (EU) 2024/3110 (neue BauPVO)

Wesentliche Inhalte

Leistungsklassen und Anwendungsbereich
Prüfnachweise und Klassifizierung
Zertifizierungsstelle und Gültigkeitsdauer

Verantwortlich

Produktzertifizierungsstelle (z. B. notifizierte Stellen, Prüfinstitute)

Praxisbezug

Voraussetzung für bauaufsichtliche Zulassung und haftungsrechtliche Absicherung

Erläuterung:

Das Zertifikat der Leistungsbeständigkeit wird im Rahmen des Systems der Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP) ausgestellt. Die notifizierte Stelle prüft anhand von Produkt- und Werkskontrollen, ob die im CE-Kennzeichen deklarierten Leistungen dauerhaft erreicht werden. Die Materialprüfanstalt MPA BAU erläutert, dass hierfür die Produktart bestimmt, Proben entnommen, die Werksproduktion überwacht und eine kontinuierliche Überwachung durchgeführt werden. Das Zertifikat bestätigt die Konformität mit der Bauproduktenverordnung und ist Grundlage für die Verwendung der Bauprodukte in RDA.

Die neue EU-BauPVO 2024/3110, die am 7. Januar 2025 in Kraft trat und ab 8. Januar 2026 vollständig anwendbar sein wird, modernisiert die Verfahren für Europäische Technische Bewertungen und Zertifikate. Anlagenbetreiber und Planer sollten die Übergangsfristen beachten und rechtzeitig aktuelle Nachweise einfordern.

Europäische Technische Bewertung (ETA)

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Europäische Technische Bewertung

Zweck & Geltungsbereich

Konformitätsnachweis für Bauprodukte ohne harmonisierte Norm oder zur ergänzenden Leistungsbeschreibung

Relevante Regelwerke

Verordnung (EU) 305/2011; Verordnung (EU) 2024/3110

Wesentliche Inhalte

Bewertungsgrundlagen (EAD)
Leistungsmerkmale und Anwendungsbereich
Prüfverfahren und Bemessungswerte

Verantwortlich

Bewertungsstelle (z. B. Deutsches Institut für Bautechnik)

Praxisbezug

Nachweis gegenüber Bauaufsicht, Sachverständigen und Versicherern

Erläuterung:

Eine ETA ist erforderlich, wenn für ein Produkt keine harmonisierte Norm existiert oder besondere Eigenschaften nachzuweisen sind. Sie dient als europäischer Bewertungsbericht und ermöglicht die CE-Kennzeichnung auch ohne harmonisierte Norm. Mit der neuen BauPVO 2024/3110 werden die Abläufe digitalisiert und die Fristen für die Bearbeitung verkürzt. Für RDA-Komponenten wie Spezialventilatoren, Klappen oder Steuerungen können ETAs erforderlich sein, um die Verwendbarkeit im Bauwerk nachzuweisen.

Betriebs- und Sicherheitsanleitungen (elektrische Ausrüstung)

Feld

Inhalt

Dokumenttyp

Betriebs- und Sicherheitsanleitungen für elektrische Ausrüstung

Zweck & Geltungsbereich

Sicherer Betrieb der elektrischen Komponenten der RDA

Relevante Regelwerke

Richtlinie 2014/35/EU (Niederspannungsrichtlinie); 1. ProdSV (Verordnung über elektrische Betriebsmittel); ProdSG

Wesentliche Inhalte

Bedienung und Funktionsbeschreibung
Warn- und Sicherheitshinweise
Instandhaltung und Prüfhinweise
Notfallmaßnahmen

Verantwortlich

Hersteller der elektrischen Betriebsmittel

Praxisbezug

Grundlage für Arbeitssicherheit, Unterweisung des Personals und Störungsmanagement

Erläuterung:

Elektrische Betriebsmittel unterliegen der Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU, die europaweit harmonisierte Sicherheitsanforderungen für elektrische Geräte festlegt. Die deutsche Umsetzung erfolgt durch das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und die 1. ProdSV. Der Hersteller ist verpflichtet, jedem Gerät klare und verständliche Betriebs- und Sicherheitsanleitungen in deutscher Sprache beizulegen. Nur Geräte, die den Sicherheitsanforderungen entsprechen, dürfen in Verkehr gebracht werden. Für RDA-Systeme müssen die Handbücher alle Gefahrenhinweise sowie Prüf- und Wartungsvorgaben enthalten und sind Bestandteil der Betreiberpflichten.

Interdisziplinäre Betriebsanleitung (anlagenübergreifend)

Feld

Inhalt

Dokumenttyp